Begrüßungs-Dialog zum Jahresempfang der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe)
am 14.01.2026 um 19:00 Uhr
Vorsitzende:
Mein Name ist Irmtraud Becker, bin Vorsitzende der Gemeindevertretung und begleite Sie zusammen mit unserer Bürgermeisterin Alexandra Ballweg durch den heutigen Abend.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Gäste,
ich heiße Sie alle sehr herzlich hier im Von-Steinrück-Haus- zum Neujahrsempfang der Gemeinde Poppenhausen/Wasserkuppe willkommen.
Des Weiteren werde ich nicht Einzelne im Rahmen meiner Begrüßung herausheben, obwohl es jede und jeder hier verdient hätte. Denn Sie alle sind – wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise – wichtig für unsere Gemeinde, z. B. weil Sie bedeutenden Institutionen oder Unternehmen im Landkreis oder dieser Gemeinde vorstehen oder das gemeindliche Zusammenleben stärken, weil Sie Mitarbeiter dieser Gemeinde sind oder waren, weil Sie in Vereinen, Parteien, kulturellen oder sozialen Einrichtungen aktiv sind oder aber, weil Sie sich einfach ehrenamtlich für unsere Gesellschaft einsetzen – etwa in Sportvereinen, bei der Feuerwehr, in der Seniorenbetreuung oder den Bürgerbus fahren oder weil Sie Ehrenwürdenträger:innen sind und sich bereits verdient gemacht haben. Wichtig für unsere Gemeinde ist auch die Jugend, einige sind heute da und per Zufallsprinzip stellvertretend eingeladen. Sie alle sind daher heute unsere Ehrengäste.
Ihnen allen möchte ich zuallererst ein frohes, gesundes und vor allem friedvolles Jahr 2026 wünschen und mich zugleich für Ihr großes Engagement für die Menschen in unserer Gemeinde bedanken.
Rückblick:
Was hat sich im vergangen Jahr ereignet? Am 29.06.2025 haben die Bürger und Bürgerinnen eine neue Bürgermeisterin gewählt, die seit 01.11.2025 nun Chefin im Rathaus ist.
Radwege wurden fertiggestellt und Erweiterungen der Feuerwehrhäuser Steinwand und Abtsroda sind in vollem Gange.
Ein Arbeitskreis hat sich gegründet und begleitet das Projekt Dorfmoderation zur Innenentwicklung.
Bürgermeisterin:
Ja, herzlich willkommen an alle auch von mir.
Persönlich für mich war 2025 – wie Sie sich denken können – extrem spannend.
Ich habe mich als Bürgermeisterin aufstellen lassen, weil ich an eine Demokratie der Nähe glaube.
Vielen Bürgerinnen und Bürgern mangelt es an demokratischen Erlebnissen, am Gefühl, selbst wirksam sein zu können. Ab und an ein Kreuz zu machen, ist vielen zu wenig.
Und das Angebot „Werdet Parteimitglied“ finden offenkundig viele Menschen nicht mehr attraktiv.
Aber: Welche Kultur des demokratischen Miteinanders brauchen wir, damit der demokratische Konsens nicht noch weiter ausfranst?
Demokratie beginnt nicht bei Wahlen oder großen Entscheidungen.
Sie beginnt dort, wo alle Menschen gehört werden.
Wo Vielfalt sichtbar ist.
Wo Meinungen zählen und Konflikte fair ausgetragen werden.
Und wo Frauen selbstverständlich Verantwortung übernehmen –
nicht als Ausnahme, sondern als Normalität.
Als Bürgermeisterin möchte ich Räume öffnen, in denen Beteiligung möglich ist
– niedrigschwellig, respektvoll, auf Augenhöhe.
Denn Demokratie lebt davon, dass Menschen erleben:
Ich werde gesehen.
Ich werde ernst genommen.
Ich kann etwas bewirken.
Wenn das gelingt, dann wäre das schon etwas. Und ich merke, dass es gar nicht so einfach ist zwischen all den alltäglichen Pflichten, die zu erledigen sind.
Mein Antrieb ist eine Demokratie, die Menschen spüren lässt:
Meine Stimme zählt – auch in einem vollen Alltag.
Zwischen Kita-Abholung und Überstunden.
Zwischen Pflegeverantwortung und Ehrenamt.
Dort muss Beteiligung möglich sein –
einfach, erreichbar und ernst gemeint
Vielleicht schaffen wir das demnächst bei der ersten Bürgerversammlung im Rahmen der Dorfmoderation der Auftaktveranstaltung zur Innenentwicklung.
Sie findet am 05. Februar statt, und ich lade schon heute alle dazu ein, gemeinsam unser Dorf zu gestalten und ihre Ideen und ihr Knowhow einzubringen.
Ausblick:
Vorsitzende:
Im Jahr 2026 soll der Radweg Abtsroda – Poppenhausen vorangetrieben werden.
Die Dorfmoderation wird – wie wir gehört haben - fortgeführt.
Dazu werden wir nachher noch mehr hören.
Die Kommunalwahl steht am 15.03.2026 an.
Ich freue mich darüber, dass sich zahlreiche Kandidaten gefunden haben, um für die Kommunalwahl zu kandidieren. Besonders bei den Ortsbeiräten gibt es teilweise mehr Bewerber als Mandate. Das ist beindruckend, denn es ist ein Ausdruck bürgerliches Engagement für den Ortsteil und die Gemeinde.
Alexandra, wie siehst du die kommende Kommunalwahl?
Bürgermeisterin
Demokratien leben von Menschen, die mitmachen – sonst nützt die schönste Verfassung nichts.
In Poppenhausen (Wasserkuppe) ist das sehr erfreulich:
Sowohl bei den Ortsbeiräten in den Ortsteilen als auch bei der Gemeindevertretung haben die Bürgerinnen und Bürger echte Wahlmöglichkeiten - ein gutes Zeichen für lebendige Demokratie!
Ich freue mich sehr über die vielen fähigen Personen die sich auf den Listen zur Wahl stellen, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den neuen oder auch erfahrenen ehrenamtlichen Kräften – ganz gleich, welche Kombination das Volk wählt.
Denn was unsere Gemeinde stark macht, sind die Menschen selbst, die Verantwortung übernehmen, sich einbringen und gestalten.
In Poppenhausen wollen wir nicht nur zuschauen, sondern mittendrin sein in jeder Hinsicht
Vorsitzende:
Heute ist ein Abend, an dem wir zusammenkommen – aus ganz unterschiedlichen Bereichen, Generationen und Perspektiven.
Und vielleicht ist genau das schon ein gutes Stichwort: mittendrin.
Bürgermeisterin:
Ja, mittendrin – im Ort, im Leben und auch im Wandel.
Und für mich persönlich: mittendrin in einer neuen Verantwortung.

Vorsitzende:
Wenn wir von ‚mittendrin‘ sprechen, denken viele zuerst an unseren Ortskern.
Was bedeutet der für dich – jetzt in deiner neuen Rolle?
Bürgermeisterin:
Der Ortskern ist mehr als eine Ansammlung von Gebäuden.
Er ist der Ort, an dem sich zeigt, ob ein Dorf lebt:
Ob man sich begegnet. Ob man bleibt. Ob man sich zuhause fühlt.
Das zeigt sich in den Ortsteilen, aber auch in Poppenhausen selbst.
Zum Beispiel am Marktplatz: ein Platz, wo vieles stattfindet – organisiert – wie bei den Märkten und Konzerten oder spontan, wie beim Kulturtisch am Silvestertag oder abends um 00:00 Uhr, wenn sich das Dorf zu Neujahr trifft.
Vorsitzende:
Und doch stehen wir gerade dort bei vielen Gebäude vor großen Fragen
Bürgermeisterin:
Ja. Leerstand, veränderte Bedürfnisse, neue Anforderungen.
Aber genau darin liegt auch eine Chance:
nicht alles neu zu machen – sondern weiterzubauen.

Vorsitzende:
Poppenhausen hat seine Wurzeln, seine Geschichten, seinen Zusammenhalt.
Bürgermeisterin:
Genau:
– eine lebendige Nachbarschaft
– Geschichte, Wirtschaft, Landschaft
– und eine Struktur, die wir bewahren wollen.
Unsere Baukultur, unsere Orte und unsere Plätze sind Teil unserer Identität – aber kein Museum.
Vorsitzende:
Wandel klingt für manche nach Verlust.
Bürgermeisterin:
Das verstehe ich.
Aber Wandel heißt nicht, das Bestehende aufzugeben.
Er heißt, es ernst zu nehmen – und für heutige und kommende Generationen weiterzuentwickeln.
Vorsitzende:
Also nicht Abriss und Neubau um jeden Preis?
Bürgermeisterin:
Nein. Sondern Umnutzung, Mischnutzung, Nachverdichtung.
Wohnen und Arbeiten. Gemeinschaft und Rückzug.
Architektur, die robust ist – und flexibel.
Vorsitzende:
In ganz Hessen zeigt sich: Die Bevölkerung wächst nur in Ballungsräumen, im ländlichen Raum hingegen bleibt sie stabil oder geht zurück. Poppenhausen ist moderat gewachsen.
Und das Durchschnittsalter steigt – in Deutschland steigt der Anteil der über 60-jährigen weiter. Junge Menschen wohnen und arbeiten häufig woanders. Das heißt: Wohnraum zu schaffen, reicht nicht, wir brauchen Räume, die flexibel sind – für Generationen, für Gemeinschaft, für Arbeit. Und wir müssen etwas anbieten.

Bürgermeisterin:
Und wenn wir älter werden, ändert sich unser Bedürfnis an Raum.
Derzeit wachsen unsere Wohnflächen pro Person, wir leben tendenziell raumgreifender und wir leben auch häufiger allein. Das hat Auswirkungen auf den Flächenbedarf, Versorgung, auf die Mobilität und auf unser Erschließungsnetz (Wege, Leitungen, Rohrsysteme)
Die Zahlen zeigen, dass die Bevölkerungszahl in Poppenhausen seit den 80er Jahren moderat um 12% gewachsen ist, jedoch der Flächenverbrauch pro Person um 50 % pro Person. Das hat Folgen. Nicht nur in puncto Nachhaltigkeit, sondern auch bei den allgemeinen Kosten und vor allem bei den Folgekosten. Es werden mehr Straßen gebraucht, die gebaut, unterhalten, geräumt werden müssen, in diesen längeren Straßen liegen auch längere Rohre und Versorgungsleitungen usw. Je weiter und je weniger dicht ein Dorf nach außen wächst, desto teurer ist das für die Gemeinde im Ganzen.
Vorsitzende:
Und um zu zeigen, wie andere Regionen solche Herausforderungen konkret angehen, folgen nun inspirierende Beispiele, die Mut machen.
Bürgermeisterin:
Beispiele, die zeigen: Wie Innenentwicklung gelingt, wie Räume lebendig bleiben, wie Gemeinschaft entsteht – mitten im Dorf.
Begrüßen Sie mit uns Alexandra Bub, gebürtige Poppenhausenerin und aktuell erfolgreiche Architektin in Hamburg.
Sie ist „Mittendrin" und gibt uns mit Ihrem Impulsvortrag inspirierende Beispiele zur Umnutzung und zum Weiterbauen in ländlichen Ortskernen mit Blick auf das Wohnen, aufs Arbeiten und das Leben in Gemeinschaft:
„Weiterbauen statt Abreißen – Architektur, die Dorfkerne neu belebt“
---
Nach dem Vortag:
Der demografische Wandel ist für viele erst einmal ein Stichwort, welches Besorgnis weckt:
weniger Menschen, weniger Nachfrage, weniger Wachstum.
Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung macht deutlich:
Er ist nicht nur ein Unglück – er kann auch eine Chance sein.
Auch in Poppenhausen (Wasserkuppe) stehen wir vor Veränderungen.
Aber wir können entscheiden, wie wir damit umgehen.
Wir haben die Chance, unseren Bestand klug weiterzuentwickeln, Ortskerne zu stärken und Lebensqualität zu erhöhen.
Neue Bedürfnisse eröffnen Raum für neue Ideen, Angebote und Formen des Zusammenlebens.
Vorsitzende:
Ja, das beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Wir leben in der Langen Trift. Unsere Nachbarschaft und auch wir haben in der Zeit von 1994 bis 1996 gebaut. Wir zählen zu den Baby-Boomern und sind fast alle mittlerweile Großeltern. Einige unserer Nachbarn hatten vor 30 Jahren schon ein Mehrgenerationenprojekt, weil zum Teil Eltern mit in die neuen Häuser gezogen sind. Mittlerweile sind es in der ganzen Straße lediglich zwei Familien, die in einem Haus mit 3 Generationen leben. Für meine Familie ist es eine Win-Win-Situation. Wir erleben Unterstützung von unseren Kindern und unterstützen auch unsere Kinder bei der Betreuung unseres Enkels. Und ein bisschen Hausmeister bin ich auch noch.
Nun findet unser Mehrgenartionenprojekt innerhalb der Familie statt. Doch nicht jeder hat diese Möglichkeit. Aber vielleicht kann man auch Mehrgenerationenprojekte außerhalb der Familie entwickeln. Dazu bedarf es einer Diskussion und einer Bereitschaft sich mit dem Wandel zu beschäftigen. Wer weiß, was sich daraus ergibt. Vielleicht die Bereitschaft eines Mehrgenerationenprojekts außerhalb der eigenen Familie oder etwas ganz Anderes.
Bürgermeisterin:
Entscheidend ist dabei eines: alle vor Ort mitzunehmen:
Wenn Bürgerinnen und Bürger früh und ernsthaft beteiligt werden, entsteht Engagement – und genau dieses Engagement ist eine große Stärke unserer Gemeinde.
So können wir den demografischen Wandel nicht nur bewältigen, sondern unsere Kommune gemeinsam zukunftsfähig gestalten – mittendrin, miteinander und mit Blick nach vorn.
Diese große Chance bietet sich schon in zwei Wochen bei der ersten Bürgerversammlung im Rahmen der Dorfmoderation zur Innenentwicklung in Poppenhausen
am Donnerstag, den 05. Februar 2026
im Von-Steinrück-Haus:
Sie erhalten Informationen zur Dorfmoderation, erste Analysen zu Poppenhausen und können Ihre Ideen einbringen.
Ich fordere Sie auf und lade Sie herzlich ein, dabei zu sein und sich einzubringen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Begrüßungs-Dialog zum Jahresempfang der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) am 14.01.2026 um 19:00 Uhr
Vorsitzende:
Mein Name ist Irmtraud Becker, bin Vorsitzende der Gemeindevertretung und begleite Sie zusammen mit unserer Bürgermeisterin Alexandra Ballweg durch den heutigen Abend.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Gäste,
ich heiße Sie alle sehr herzlich hier im Von-Steinrück-Haus- zum Neujahrsempfang der Gemeinde Poppenhausen/Wasserkuppe willkommen.
Des Weiteren werde ich nicht Einzelne im Rahmen meiner Begrüßung herausheben, obwohl es jede und jeder hier verdient hätte. Denn Sie alle sind – wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise – wichtig für unsere Gemeinde, z. B. weil Sie bedeutenden Institutionen oder Unternehmen im Landkreis oder dieser Gemeinde vorstehen oder das gemeindliche Zusammenleben stärken, weil Sie Mitarbeiter dieser Gemeinde sind oder waren, weil Sie in Vereinen, Parteien, kulturellen oder sozialen Einrichtungen aktiv sind oder aber, weil Sie sich einfach ehrenamtlich für unsere Gesellschaft einsetzen – etwa in Sportvereinen, bei der Feuerwehr, in der Seniorenbetreuung oder den Bürgerbus fahren oder weil Sie Ehrenwürdenträger:innen sind und sich bereits verdient gemacht haben. Wichtig für unsere Gemeinde ist auch die Jugend, einige sind heute da und per Zufallsprinzip stellvertretend eingeladen. Sie alle sind daher heute unsere Ehrengäste.
Ihnen allen möchte ich zuallererst ein frohes, gesundes und vor allem friedvolles Jahr 2026 wünschen und mich zugleich für Ihr großes Engagement für die Menschen in unserer Gemeinde bedanken.
Rückblick:
Was hat sich im vergangen Jahr ereignet? Am 29.06.2025 haben die Bürger und Bürgerinnen eine neue Bürgermeisterin gewählt, die seit 01.11.2025 nun Chefin im Rathaus ist.
Radwege wurden fertiggestellt und Erweiterungen der Feuerwehrhäuser Steinwand und Abtsroda sind in vollem Gange.
Ein Arbeitskreis hat sich gegründet und begleitet das Projekt Dorfmoderation zur Innenentwicklung.
Bürgermeisterin:
Ja, herzlich willkommen an alle auch von mir.
Persönlich für mich war 2025 – wie Sie sich denken können – extrem spannend.
Ich habe mich als Bürgermeisterin aufstellen lassen, weil ich an eine Demokratie der Nähe glaube.
Vielen Bürgerinnen und Bürgern mangelt es an demokratischen Erlebnissen, am Gefühl, selbst wirksam sein zu können. Ab und an ein Kreuz zu machen, ist vielen zu wenig.
Und das Angebot „Werdet Parteimitglied“ finden offenkundig viele Menschen nicht mehr attraktiv.
Aber: Welche Kultur des demokratischen Miteinanders brauchen wir, damit der demokratische Konsens nicht noch weiter ausfranst?
Demokratie beginnt nicht bei Wahlen oder großen Entscheidungen.
Sie beginnt dort, wo alle Menschen gehört werden.
Wo Vielfalt sichtbar ist.
Wo Meinungen zählen und Konflikte fair ausgetragen werden.
Und wo Frauen selbstverständlich Verantwortung übernehmen –
nicht als Ausnahme, sondern als Normalität.
Als Bürgermeisterin möchte ich Räume öffnen, in denen Beteiligung möglich ist
– niedrigschwellig, respektvoll, auf Augenhöhe.
Denn Demokratie lebt davon, dass Menschen erleben:
Ich werde gesehen.
Ich werde ernst genommen.
Ich kann etwas bewirken.
Wenn das gelingt, dann wäre das schon etwas. Und ich merke, dass es gar nicht so einfach ist zwischen all den alltäglichen Pflichten, die zu erledigen sind.
Mein Antrieb ist eine Demokratie, die Menschen spüren lässt:
Meine Stimme zählt – auch in einem vollen Alltag.
Zwischen Kita-Abholung und Überstunden.
Zwischen Pflegeverantwortung und Ehrenamt.
Dort muss Beteiligung möglich sein –
einfach, erreichbar und ernst gemeint
Vielleicht schaffen wir das demnächst bei der ersten Bürgerversammlung im Rahmen der Dorfmoderation der Auftaktveranstaltung zur Innenentwicklung.
Sie findet am 05. Februar statt, und ich lade schon heute alle dazu ein, gemeinsam unser Dorf zu gestalten und ihre Ideen und ihr Knowhow einzubringen.
Ausblick:
Vorsitzende:
Im Jahr 2026 soll der Radweg Abtsroda – Poppenhausen vorangetrieben werden.
Die Dorfmoderation wird – wie wir gehört haben - fortgeführt.
Dazu werden wir nachher noch mehr hören.
Die Kommunalwahl steht am 15.03.2026 an.
Ich freue mich darüber, dass sich zahlreiche Kandidaten gefunden haben, um für die Kommunalwahl zu kandidieren. Besonders bei den Ortsbeiräten gibt es teilweise mehr Bewerber als Mandate. Das ist beindruckend, denn es ist ein Ausdruck bürgerliches Engagement für den Ortsteil und die Gemeinde.
Alexandra, wie siehst du die kommende Kommunalwahl?
Bürgermeisterin
Demokratien leben von Menschen, die mitmachen – sonst nützt die schönste Verfassung nichts.
In Poppenhausen (Wasserkuppe) ist das sehr erfreulich:
Sowohl bei den Ortsbeiräten in den Ortsteilen als auch bei der Gemeindevertretung haben die Bürgerinnen und Bürger echte Wahlmöglichkeiten - ein gutes Zeichen für lebendige Demokratie!
Ich freue mich sehr über die vielen fähigen Personen die sich auf den Listen zur Wahl stellen, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den neuen oder auch erfahrenen ehrenamtlichen Kräften – ganz gleich, welche Kombination das Volk wählt.
Denn was unsere Gemeinde stark macht, sind die Menschen selbst, die Verantwortung übernehmen, sich einbringen und gestalten.
In Poppenhausen wollen wir nicht nur zuschauen, sondern mittendrin sein in jeder Hinsicht
Vorsitzende:
Heute ist ein Abend, an dem wir zusammenkommen – aus ganz unterschiedlichen Bereichen, Generationen und Perspektiven.
Und vielleicht ist genau das schon ein gutes Stichwort: mittendrin.
Bürgermeisterin:
Ja, mittendrin – im Ort, im Leben und auch im Wandel.
Und für mich persönlich: mittendrin in einer neuen Verantwortung.
Vorsitzende:
Wenn wir von ‚mittendrin‘ sprechen, denken viele zuerst an unseren Ortskern.
Was bedeutet der für dich – jetzt in deiner neuen Rolle?
Bürgermeisterin:
Der Ortskern ist mehr als eine Ansammlung von Gebäuden.
Er ist der Ort, an dem sich zeigt, ob ein Dorf lebt:
Ob man sich begegnet. Ob man bleibt. Ob man sich zuhause fühlt.
Das zeigt sich in den Ortsteilen, aber auch in Poppenhausen selbst.
Zum Beispiel am Marktplatz: ein Platz, wo vieles stattfindet – organisiert – wie bei den Märkten und Konzerten oder spontan, wie beim Kulturtisch am Silvestertag oder abends um 00:00 Uhr, wenn sich das Dorf zu Neujahr trifft.
Vorsitzende:
Und doch stehen wir gerade dort bei vielen Gebäude vor großen Fragen
Bürgermeisterin:
Ja. Leerstand, veränderte Bedürfnisse, neue Anforderungen.
Aber genau darin liegt auch eine Chance:
nicht alles neu zu machen – sondern weiterzubauen.
Vorsitzende:
Poppenhausen hat seine Wurzeln, seine Geschichten, seinen Zusammenhalt.
Bürgermeisterin:
Genau:
– eine lebendige Nachbarschaft
– Geschichte, Wirtschaft, Landschaft
– und eine Struktur, die wir bewahren wollen.
Unsere Baukultur, unsere Orte und unsere Plätze sind Teil unserer Identität – aber kein Museum.
Vorsitzende:
Wandel klingt für manche nach Verlust.
Bürgermeisterin:
Das verstehe ich.
Aber Wandel heißt nicht, das Bestehende aufzugeben.
Er heißt, es ernst zu nehmen – und für heutige und kommende Generationen weiterzuentwickeln.
Vorsitzende:
Also nicht Abriss und Neubau um jeden Preis?
Bürgermeisterin:
Nein. Sondern Umnutzung, Mischnutzung, Nachverdichtung.
Wohnen und Arbeiten. Gemeinschaft und Rückzug.
Architektur, die robust ist – und flexibel.
Vorsitzende:
In ganz Hessen zeigt sich: Die Bevölkerung wächst nur in Ballungsräumen, im ländlichen Raum hingegen bleibt sie stabil oder geht zurück. Poppenhausen ist moderat gewachsen.
Und das Durchschnittsalter steigt – in Deutschland steigt der Anteil der über 60-jährigen weiter. Junge Menschen wohnen und arbeiten häufig woanders. Das heißt: Wohnraum zu schaffen, reicht nicht, wir brauchen Räume, die flexibel sind – für Generationen, für Gemeinschaft, für Arbeit. Und wir müssen etwas anbieten.
Bürgermeisterin:
Und wenn wir älter werden, ändert sich unser Bedürfnis an Raum.
Derzeit wachsen unsere Wohnflächen pro Person, wir leben tendenziell raumgreifender und wir leben auch häufiger allein. Das hat Auswirkungen auf den Flächenbedarf, Versorgung, auf die Mobilität und auf unser Erschließungsnetz (Wege, Leitungen, Rohrsysteme)
Die Zahlen zeigen, dass die Bevölkerungszahl in Poppenhausen seit den 80er Jahren moderat um 12% gewachsen ist, jedoch der Flächenverbrauch pro Person um 50 % pro Person. Das hat Folgen. Nicht nur in puncto Nachhaltigkeit, sondern auch bei den allgemeinen Kosten und vor allem bei den Folgekosten. Es werden mehr Straßen gebraucht, die gebaut, unterhalten, geräumt werden müssen, in diesen längeren Straßen liegen auch längere Rohre und Versorgungsleitungen usw. Je weiter und je weniger dicht ein Dorf nach außen wächst, desto teurer ist das für die Gemeinde im Ganzen.
Vorsitzende:
Und um zu zeigen, wie andere Regionen solche Herausforderungen konkret angehen, folgen nun inspirierende Beispiele, die Mut machen.
Bürgermeisterin:
Beispiele, die zeigen: Wie Innenentwicklung gelingt, wie Räume lebendig bleiben, wie Gemeinschaft entsteht – mitten im Dorf.
Begrüßen Sie mit uns Alexandra Bub, gebürtige Poppenhausenerin und aktuell erfolgreiche Architektin in Hamburg.
Sie ist „Mittendrin" und gibt uns mit Ihrem Impulsvortrag inspirierende Beispiele zur Umnutzung und zum Weiterbauen in ländlichen Ortskernen mit Blick auf das Wohnen, aufs Arbeiten und das Leben in Gemeinschaft:
„Weiterbauen statt Abreißen – Architektur, die Dorfkerne neu belebt“
---
Nach dem Vortag:
Der demografische Wandel ist für viele erst einmal ein Stichwort, welches Besorgnis weckt:
weniger Menschen, weniger Nachfrage, weniger Wachstum.
Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung macht deutlich:
Er ist nicht nur ein Unglück – er kann auch eine Chance sein.
Auch in Poppenhausen (Wasserkuppe) stehen wir vor Veränderungen.
Aber wir können entscheiden, wie wir damit umgehen.
Wir haben die Chance, unseren Bestand klug weiterzuentwickeln, Ortskerne zu stärken und Lebensqualität zu erhöhen.
Neue Bedürfnisse eröffnen Raum für neue Ideen, Angebote und Formen des Zusammenlebens.
Vorsitzende:
Ja, das beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Wir leben in der Langen Trift. Unsere Nachbarschaft und auch wir haben in der Zeit von 1994 bis 1996 gebaut. Wir zählen zu den Baby-Boomern und sind fast alle mittlerweile Großeltern. Einige unserer Nachbarn hatten vor 30 Jahren schon ein Mehrgenerationenprojekt, weil zum Teil Eltern mit in die neuen Häuser gezogen sind. Mittlerweile sind es in der ganzen Straße lediglich zwei Familien, die in einem Haus mit 3 Generationen leben. Für meine Familie ist es eine Win-Win-Situation. Wir erleben Unterstützung von unseren Kindern und unterstützen auch unsere Kinder bei der Betreuung unseres Enkels. Und ein bisschen Hausmeister bin ich auch noch.
Nun findet unser Mehrgenartionenprojekt innerhalb der Familie statt. Doch nicht jeder hat diese Möglichkeit. Aber vielleicht kann man auch Mehrgenerationenprojekte außerhalb der Familie entwickeln. Dazu bedarf es einer Diskussion und einer Bereitschaft sich mit dem Wandel zu beschäftigen. Wer weiß, was sich daraus ergibt. Vielleicht die Bereitschaft eines Mehrgenerationenprojekts außerhalb der eigenen Familie oder etwas ganz Anderes.
Bürgermeisterin:
Entscheidend ist dabei eines: alle vor Ort mitzunehmen:
Wenn Bürgerinnen und Bürger früh und ernsthaft beteiligt werden, entsteht Engagement – und genau dieses Engagement ist eine große Stärke unserer Gemeinde.
So können wir den demografischen Wandel nicht nur bewältigen, sondern unsere Kommune gemeinsam zukunftsfähig gestalten – mittendrin, miteinander und mit Blick nach vorn.
Diese große Chance bietet sich schon in zwei Wochen bei der ersten Bürgerversammlung im Rahmen der Dorfmoderation zur Innenentwicklung in Poppenhausen
am Donnerstag, den 05. Februar 2026
im Von-Steinrück-Haus:
Sie erhalten Informationen zur Dorfmoderation, erste Analysen zu Poppenhausen und können Ihre Ideen einbringen.
Ich fordere Sie auf und lade Sie herzlich ein, dabei zu sein und sich einzubringen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
