Mit einer bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllten Bürgerversammlung im Von-Steinrück-Haus ist am Dienstagabend die vierwöchige Kampagne für einen möglichen Tante-Enso-Markt in Poppenhausen offiziell gestartet. So viele Besucherinnen und Besucher habe es bei einer Informationsveranstaltung der Gemeinde lange nicht mehr gegeben – ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig das Thema Nahversorgung den Menschen vor Ort ist.
Bürgermeisterin Alexandra Ballweg begrüßte die zahlreichen Gäste sowie die Vertreter von Tante Enso, allen voran Chief Operating Officer Thomas Gutberlet. In ihrer Begrüßung stellte sie die Bedeutung einer wohnortnahen Nahversorgung für die Gemeinde heraus. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass es Aufgabe der Gemeinde sei, die Bürgerinnen und Bürger umfassend und transparent zu informieren. Die Entscheidung über die Zukunft des Projekts liege letztlich bei den Menschen in Poppenhausen.
Mit einem Augenzwinkern erinnerte sie daran, dass die Nachbargemeinde Schmalnau bereits erfolgreich ihre Quote von über 800 erfüllt habe. „Das sollten wir doch mindestens auch schaffen“, motivierte sie die Anwesenden.
Außerdem zitierte sie aus der aktuellen Ausgabe des manager magazins, in der Thomas Gutberlet porträtiert wird. Der langjährige tegut-Manager, der heute als einer der Geschäftsführer für Tante Enso tätig ist und früher selbst einige Zeit in Poppenhausen lebte, erläuterte anschließend das Konzept kurzweilig, verständlich und mit großer Fachkompetenz.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine zukunftsfähige Nahversorgung im ländlichen Raum gelingen kann. Gutberlet stellte das genossenschaftliche Modell von Tante Enso vor und erklärte die Voraussetzungen für einen Standort in Poppenhausen. Dabei wurde deutlich: Damit ein Tante-Enso-Markt entstehen kann, müssen innerhalb der vierwöchigen Kampagne 600 Bürgerinnen und Bürger Teilhaberinnen und Teilhaber werden.
Interessant waren auch die zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Sie wurden ausführlich beantwortet – und niemand verließ den Saal, bevor nicht auch die letzte Frage beantwortet war.
Ein besonderer Dank galt den ehrenamtlichen Patinnen und Paten, die die Kampagne in den kommenden Wochen begleiten. Sie stehen als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung, informieren über das Konzept und unterstützen beim Erwerb von Teilhaberscheinen. Die Namen aller Patinnen und Paten sind in dieser Ausgabe der Poppenhausener Nachrichten unter „Nachrichten aus dem Rathaus“ veröffentlicht.
Für Applaus sorgte außerdem die Premiere des neuen Kampagnenfilms. Der Film war in den vergangenen Tagen mit zahlreichen Mitwirkenden aus Poppenhausen entstanden. Seine eindrucksvolle Schlussszene wurde am vergangenen Samstag vor dem tegut-Markt gedreht. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger setzten dabei gemeinsam ein sichtbares Zeichen für den Wunsch nach einer langfristigen Nahversorgung in Poppenhausen. Während der Premiere wurde der Film auf den digitalen Kanälen veröffentlicht und fand innerhalb kürzester Zeit große Resonanz.
Auch das Interesse der Medien war groß. Neben der regionalen Presse war das hr-Fernsehen vor Ort. Ein Beitrag über die Bürgerversammlung wurde am 29. Juli in der Hessenschau ausgestrahlt.
Die Kampagne läuft nun vier Wochen. Bis 25. August haben die Bürgerinnen und Bürger Zeit, sich zu informieren und Teilhaberinnen oder Teilhaber zu werden. Ziel ist es, mindestens 600 Menschen für das Projekt zu gewinnen und damit die Voraussetzung für einen Tante-Enso-Markt in Poppenhausen zu schaffen.
